Die Lebensdauer solcher Betriebe unter einer Unternehmensleitung war in der Regel nicht lang. Der Kapitalmangel der Gesellschafter, die schlechte Infrastruktur und der noch mangelnde Bekanntheitsgrad solcher im Grenzland liegender Betriebe führten dann zu Schließungen, wenn sich nicht kapitalkräftige Investoren finden ließen:

Im Gegensatz zu den nordoberpfälzischen und oberfränkischen Porzellanfabriken war die Schwerdtner'sche Porzellan- und Steingutfabrik in Regensburg die zweite Fabrik in Bayern (neben Nymphenburg), die überwiegend Gebrauchsgeschirr herstellten. In den Verkauf kamen auch die im eigenen Betrieb produzierten 'Sanitärporzellane' und die feuerfesten Steine sowie die Schmelztiegel für die Oberpfälzer Hüttenwerke.

Trotz der umfangreichen Produktpalette innerhalb der Porzellane und Tone und der Kombination aus porzellan- und tonverarbeitendem Werk bahnte sich allmählich der wirtschaftliche Niedergang an.
Anton Schwerdtner geriet 1850, obwohl er noch Aufträge im voraus hatte, in finanzielle Schwierigkeiten. Das baldige Ende des Unternehmens war auch nach der Übernahme Otto Schwerdtners nicht abwendbar. Die Ursachen lagen in der stärker werdenden Konkurrenz durch die nach Regensburg umgezogene Steingutfabrik Wafflers und in der, wegen Kapitalmangel mittlerweile völlig veralteten und fast unbrauchbaren Öfen, erschwerten Poduktion. Neben der schlechten baulichen Substanz fehlte es auch an der notwendigen Umstellung von Holz- auf Steinkohlenfeuerung.

Die erst später neu eingebauten sächsischen Öfen erforderten eine Anpassung der Masse, so dass wieder ein Großeil der Produktion zu Ausschuss wurde.
Die Ertragslage und die Anschaffung einer Dampfmaschine verschlechterten die finanzielle Lage des Unternehmens. Auch ein Darlehen aus dem durch König Ludwig 1. ins Leben gerufenen 'Industrieunterstützungsfonds' in Höhe von umgerechnet 4.286 Mark konnte nicht mehr helfen.

Der drohende Konkurs war nur durch einen Verkauf abzuwenden, so dass Hauser & Co die letzten Gesellschafter des Unternehmens waren. Der anschließende Niedergang ist aber nicht erklärbar: Während in dem IHK-Bericht 1869 auf die dreifache Vergrößerung des Betriebes und dessen erfolgreichen Aussichten hingewiesen wurde, befindet sich weder in der amtlichen Erhebung 1870 'Betreff den Stand der Industrie in der Oberpfalz' noch im Regensburger Adressbuch desselben Jahres Hinweise auf die Existenz des Betriebes.

 

Aus den IHK-Berichten
Der erste Betrieb
Standortfrage
Absatzschwierigkeiten
Die neue Energiequelle
Kunst wird zum Design
Erste Porzellanfarben
Die Gründer-Periode
Aus den IHK-Berichten
Neue Verkehrsmittel
Billigimporte
Kaufkraftschwäche
Zur Jahrhundertwende